August 30

Zufriedenheit ist eine Körpererfahrung

Kennst du das auch? Eigentlich scheint alles zu passen und trotzdem fühlst du dich unausgeglichen? In diesem Zustand magst du dich einfach nicht und alles, was um dich rum passiert magst du auch nicht richtig. 

Noch schlimmer wird es dadurch, dass du vielleicht vordergründig gar keinen richtig guten Grund hast, um unzufrieden zu sein. Wie kannst du von deiner Unzufriedenheit lernen und sie konstruktiv transformieren?

In diesem Beitrag beschreibe ich dir einen Weg raus aus der Unzufriedenheit.

Zufriedenheit findet im Körper statt

...und so kannst du dich mit ihr verbinden. Denn Zufriedenheit kann nur existieren, wenn wir uns in unserem Körper wohlfühlen.
Dabei fühlt sich unser Körper nicht unbedingt wohl, wenn er schlank, braungebrannt und dem ästhetischen Verständnis der Gesellschaft entsprechend "schön" oder "hübsch" ist.
Er fühlt sich vielmehr wohl, wenn er möglichst entspannt ist, wenn die Grundbedürfnisse gestillt sind: wenn wir nicht frieren, nicht zu sehr schwitzen, wenn wir idealerweise keinen Schmerz haben, wenn wir vital und gesund sind.
Wenn also Zufriedenheit eine Körpererfahrung ist, dann können wir uns auch bewusstmachen, wie sich das Unwohlsein in unserem Körper abbildet.

Die gute Nachricht ist, wenn du dir gewahr wirst, wie sich die Unzufriedenheit in deinem Körper darstellt, kannst du dieses Körpergefühl auch wieder bewusst beenden.

Warum sind wir eigentlich unzufrieden?

In der Psychologie wird Unzufriedenheit als ein Gefühl der Rastlosigkeit, des sich Sehnens oder den Wunsch nach etwas beschrieben. Sie ist ein Seismograph dafür, dass wir aktiv werden sollten. Es ist sehr spannend herauszufinden, was dich denn eigentlich unzufrieden macht.

Hinter dem Gefühl der Unzufriedenheit steckt in der Regel ein unbefriedigtes Bedürfnis und es geht darum, sich diesem liebevoll annehmend zuzuwenden. Aber oftmals haben wir keine Ahnung in welcher Weise, weil uns unklar ist, welches Bedürfnis eigentlich im Hintergrund wirkt und um Beachtung ringt.

Warum sollte man sich mit der eigenen Unzufriedenheit beschäftigen?

Ich habe mich sowohl persönlich als auch beruflich viel mit diesem herausfordernden Gemüts- und Körperzustand beschäftigt.

Vielleicht denkst du, dass deine Unzufriedenheit ein zutiefst persönliches Befinden ist. Aber es hat nicht nur einen großen Einfluss auf deine Beziehung zu dir sondern auch zu anderen.

Und so gibt es eigentlich mindestens zwei gute Gründe, warum wir uns diesem unangenehmen Gefühl stellen sollten:

  • Es verspannt uns, wenn wir versuchen, es wegzudrücken, unbewusst auszudrücken und schadet damit unserer körperlichen und psychischen Gesundheit.
  • Es macht uns auch verkrampfter im Umgang mit anderen. Und die Menschen aus unserer Umgebung merken bewusst oder unterschwellig, dass wir uns nicht wohlfühlen.

P.A.S.S.I.O.N.-Prozess

Um dir selbst auf die Schliche zu kommen, finde ich den sogenannten P.A.S.S.I.O.N.-Prozess aus der Grinberg Methode ein unglaublich wirksames Werkzeug. Damit kann man ungünstige Muster unterbrechen.

PAY ATTENTION: Im ersten Schritt lernst du, was bei dir körperlich und auf anderen Ebenen automatisch passiert, wenn du unzufrieden bist.
(Wo spannst du an, wie atmest du, was spürst du nicht, wie wird deine Stimmung, deine Art zu denken, dein Gesichtsausdruck...?)


AGREE: Lass zu, dass genau das passiert. Kämpfe nicht dagegen an und be- oder verurteile es nicht.

STRENGTHEN: Verstärke diese Empfindungen sogar noch. Lass die Körperhaltung und -empfindung, die Stimmung und alles, was zu diesem Zustand gehört, kontrolliert immer mehr zu – bis zu einem empfundenen „Höhepunkt“.

STOPP: Lass alles auf einmal los. So lernt dein Körper, dass es möglich ist, diesen Zustand zu beenden.

INHALE: Atme durch, tank neue Energie!

OPEN UP: Und lass den Körper sich nach der Intensivierung des Negativ-Zustandes wieder entfalten und öffnen.

NEW: Die gelernte Koppelung ist unterbrochen und etwas Neues kann passieren. Dein Körper entspannt sich, dehnt sich aus, bewegt sich vielleicht auf eine neue Art und Weise. Ein Raum, in dem neue Empfindungen, Ideen, Gefühle, Verhaltensimpulse und Gedanken Platz finden. Das erlaubt ein Update deiner Selbst im Hier und Jetzt.

Gewahrwerden – verbinde dich mit deinem Körper

Es ist wirklich spannend zu erleben, wie sich das Gefühl der Unzufriedenheit im Körper abbildet. Du kannst lernen zu beobachten und zu erspüren, dass das kein undefinierbarer Zustand ist, der einfach so über dich kommt und den du nicht beeinflussen kannst.

Denn wenn du dieses Gefühl in deinem Körper identifizieren, beobachten und beschreiben kannst, dann kannst du es im Körper auch wieder auflösen.

Zuallererst musst du dazu bereit sein, diesem unguten Gefühl auf den Grund gehen zu wollen.

  • Oftmals versuchen wir es einfach nur „weg haben“ zu wollen.
  • Vielleicht wirst du wütend, dass du so fühlst.
  • Versuchst, du deine Unzufriedenheit zu ignorieren?

Aber auch die schwierigen, eher unangenehmen Gefühle wollen angenommen, durchfühlt und ernst genommen werden.

Wahrnehmen und identifizieren

In diesem Schritt wirst du dir bewusst, was sich in deinem Körper abspielt, wenn du unzufrieden bist. Denn hier unterscheiden wir uns alle ein wenig voneinander. Aber der gemeinsame Nenner ist immer: Wir fühlen uns nicht wohl in unserer Haut.

Deine Unzufriedenheit ist gekoppelt an:

  • eine bestimmte Art zu atmen
  • ein individuelles Spannungserleben in deinem Körper
  • ein Set an negativen, sich stets wiederholenden Gedanken
  • eine altbekannte Stimmung

Um zu ergründen, wie sich die Unzufriedenheit in dir darstellt mache folgendes:

  • Lehne dich auf einem Stuhl zurück und beginne dich auf dein Gefühl der Unzufriedenheit zu konzentrieren.
  • Lass einfach alles vor deinem inneren Auge erscheinen, was dich nervt, was nicht gut läuft, was dich wurmt.

Sich bewusst werden und das Muster verstärken

Nimm wahr, wie du deinen Körper gerade in diesem Moment erlebst:

  • Atmest du mehr in den Bauch oder mehr in den Brustkorb?
  • Wie hältst du deinen Rücken?
  • Drückst du deinen Bauch mehr raus oder ziehst du ihn ein?

In dieser Phase der Übung kannst du das, was du angespannt hast, sogar muskulär verstärken. Denn wenn wir uns sogar noch mehr verkrampfen als wir das normalerweise tun, fällt es uns zum einen leichter das Muster auf körperlicher Ebene zu identifizieren und auf der anderen uns wieder zu entspannen.

Dann im nächsten Schritt:

Lass los!

Wenn du dir die ungesunde, einschränkende Haltung im Körper identifiziert hast, lass die muskuläre Spannung schnell los. In dem wir uns entspannen, durchströmt uns oftmals eine Welle von Wärme, Kälte, Schaudern, Kribbeln und ein starkes Bedürfnis uns zu bewegen. Unterstütze nun deinen Körper damit, dass du dich dehnst, streckst und deine Gliedmaßen ausschüttelst. Dann kann all die Energie, die sich in deinem Körper aufgestaut hat, wieder frei in dir zirkulieren.

Durchatmen

Hier ist es wichtig, dass du (übertrieben) tief durchatmest. Atme an diesem Punkt der Achtsamkeitsübung langsam und tief vom Bauch bis zum Brustkorb hoch. Achte darauf, dass du den Atem sanft durch die Nase ausströmen lässt.

Hier stören wir die automatische Art und Weise zu atmen gezielt. Dabei werden unser Gehirn und unsere Zellen mit viel Sauerstoff versorgt und unser Nervensystem beruhigt sich.

Entspannen, sich öffnen und ausdehnen

Wenn wir die übertriebene Spannung mit Hilfe von Schütteln, Bewegen und einem tiefen Atem loslassen, kommen wir in einen Zustand der Entspannung. In diesem nimmt das Stresslevel im Körper ab und es gibt mehr Platz in deinem Körper.

In diesem Zustand tauchen oftmals neue Möglichkeiten auf, die unsere Wahrnehmung und Gedanken verändern und so positiv auf unser Verhalten einwirken.

Neue Erkenntnisse vertiefen

Und das ist der besondere Moment: denn hier können wir genauer nachspüren, was denn hinter der Unzufriedenheit steckt.

  • Tauchen in dir Bilder, Erkenntnisse, Erinnerungen oder neue Empfindungen auf?
  • Hat die Unzufriedenheit mit einer gespeicherten Erinnerung im Körper zu tun, die durch einen Gedanken, eine Person oder eine Situation ausgelöst wurde?

Das ist der Moment, bei dem du dich dir bewusst zuwenden kannst und nachspüren kannst, ob es etwas gibt, was du brauchst? Hier kannst du bewusst nachspüren, ob du etwas tun, lassen oder entscheiden möchtest.
Vielleicht fehlt dir in dem Moment,

Sicherheit, Liebe, Empathie,

Einfühlung, Kreativität, Geborgenheit, Spiel,

Erholung, Autonomie oder Entscheidungsfreiheit.

Nimm dir auch einen Augenblick, um zu notieren, was für NEUE Gedanken, Erkenntnisse, körperliche Empfindungen dir durch den Kopf und Körper gehen.

Das Schöne ist, dass wir durch das Auflösen in einen entspannten Zustand kommen, in dem wir uns schlicht wieder viel wohler mit uns fühlen. Da fällt es dir leichter, zu erkunden, was denn hinter der Unzufriedenheit steckt. Welches Bedürfnis ist denn nicht befriedigt? Sich diese Frage immer wieder zu stellen, unterstützt dich dabei, dich jedes Mal ein Stück weiter kennenzulernen und es ist der Schritt, der es dir ermöglicht, dafür zu sorgen, dass du immer wieder den Weg raus aus der Unzufriedenheit findest.

Ins Tun kommen

Hier geht es darum, dass du Verantwortung für dich übernimmst und überlegst, wie du gut für dich sorgen kannst. Denn wenn du dich mit deiner Unzufriedenheit entspannt hast, wird dir bewusst, was dir fehlt und oft wird durch diese Übung Energie frei, die dir neue, kreative Lösungsansätze offenbart.

Jedes Mal, wenn du dir diese Zeit für dich nimmst,

heilst du einen Teil von dir.

Jedes Mal, wenn du dir ein Stück mehr auf die Spur kommst, wirst du sehen, dass deine Zufriedenheit wächst, denn du nimmst dich und deine Grundbedürfnisse ernst. Jedes mal wenn wir lauschen und wieder ein Puzzelsteinchen der Erkenntnis herausgefunden haben trainieren wir unser Selbstbewusstsein und unsere Eigenverantwortung.  Und es macht dir bewusst, dass du heute ganz andere Möglichkeiten hast, dich deiner anzunehmen, als früher als Kind. Und das ist sehr tröstlich.

Es ist sehr heilsam, sich die Mühe zu machen, nachzuforschen, was eigentlich wirklich los ist und wie man damit umgehen will. Denn die Unzufriedenheit ist ein wundervoller Wegweiser, der dich auf deinem Weg zu mehr Ausgeglichenheit leitet.

Und selbst wenn du herausfindest, dass du unangenehme Dinge angehen musst, fühlt es sich viel besser an, diese anzugehen oder bewusst zu entscheiden, wenn man es momentan lieber laufen lassen möchte.

Jedes Mal, wenn du dich auf den Weg machst, lernst du dich und das, was dir wichtig ist, ein Stück besser kennen.

Überlege in diesem entspannten Zustand wie du das Grundbedürfnis, das aufgetaucht ist berücksichtigen möchtest.

Was willst du jetzt in diesem Moment tun, damit du dich sicher, geliebt, geborgen, kreativ, autonom oder frei fühlen kannst?

Fazit

All dies klappt sicher nicht immer. Manchmal reicht es nicht, sich auf diese Weise zuzuwenden. Manchmal braucht man dabei eine gute Unterstützung. In dem Fall kannst du dich gerne an mich wenden.

Ich begleite seit 20 Jahren Menschen auf ihrem Weg zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Zufriedenheit.

Ich begleite auch dich gerne auf deinem Weg zu dir.

Im Rahmen von Einzelsessions mit mir lernst du - in einem geschützten Rahmen , deine destruktiven Muster zu spüren, zu verlassen und zu beenden, damit Raum für Neues entsteht. Dein Potenzial kann sich wieder ungehinderter entfalten, das merkst du dann auch konkret im Alltag und in deiner Lebensqualität ...

Einzelsessions und der P.A.S.S.I.O.N. Prozess wirken übrigens auch wunderbar als Online-Erfahrung!

Lies dazu auch: Wie, Online-Sitzungen, du machst doch Körperarbeit?!?

Und ganz zum Schluss …

…wünsche ich dir nun viel, viel Spaß mit dem Erkunden und Auflösen deiner Unzufriedenheit. Ich freue mich sehr, wenn du mir schreibst, wie es dir damit geht!

Herzlichst, Mirjam

PS. Wenn Dir mein Artikel gefallen hat, teile den Link gerne in deinen Gruppen und auf Social-Media und lade Deine Freunde zum Austausch ein. Ich bin gespannt.


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