Selfcare ist kein Selbstläufer – jedenfalls nicht für mich

Februar 23

Was ist Selfcare für mich? Sie ist kein Selbstläufer, jedenfalls nicht für mich.

Die Idee zu diesem Blogartikel kam mir durch die Blogparade "Was ist Selfcare für dich?" von Rani Gindl. Auf diese hat mich Claudia Kauscheder aufmerksam gemacht, die mich seit vielen Jahren bei meiner Office- und Online-Arbeit unterstützt.

Als sie mir davon erzählte, war sofort klar: Dazu möchte ich unbedingt etwas schreiben.

Warum Selfcare für mich kein Selbstläufer ist

Ich habe früher nie gelernt, regelmäßig etwas zu verfolgen, und es fiel mir auch schwer. Sicher habe ich mal angefangen, Klavier zu spielen, habe im Chor gesungen, habe mal Gitarre gespielt, mal Taekwondo probiert, mal dies und mal das.

Aber alles hat mich auf die Dauer gelangweilt.

Das hatte seinen Preis, denn im Grunde blieb ich unzufrieden. Das Aufgeben und das Nicht-wirklich-gut-Werden in etwas hatten ihren Preis.

Wie ich das Vertrauen in mich verloren habe

Langsam habe ich das Vertrauen in mich verloren. Denn wie sollte ich vertrauen, wenn ich mein Wort immer wieder gebrochen habe? Nicht nur anderen gegenüber, sondern auch mir gegenüber.

Ich hatte einen großen Aha-Moment: Es ist vollkommen in Ordnung, etwas nicht weiterzuverfolgen. Entscheidend ist für mich die bewusste und ehrliche Auseinandersetzung damit.

Und es macht einen Unterschied, ob ich es einfach so lasse oder explizit entscheide, etwas nicht weiterzuverfolgen.

Mir war nicht klar, wie wichtig es ist, mein Wort mir selbst gegenüber zu halten. Wenn ich das, was ich sage, auch umsetze, macht das den Unterschied. So wächst das Selbstvertrauen. In mich und in mein Wort.

Warum ich meinen Körper brauchte – und nicht noch mehr Denken

Glücklicherweise habe ich irgendwann die Körperarbeit für mich entdeckt. Seit ich 14 Jahre alt war, hatte ich immer wieder Rückenschmerzen, mal mehr, mal weniger schlimm. Sie waren psychosomatisch und oft furchtbar schmerzhaft.

Ebendarum habe ich über viele Jahre Meditation, Psychotherapie, Physiotherapie und verschiedene Formen von Yoga ausprobiert. Aber nichts hat dauerhaft gegriffen. Es machte mir eine Zeit lang Spaß, aber dann verlor ich es auch wieder aus den Augen.

Als ich die Grinberg Methode® mit Anfang 30 kennenlernte, war das anders.

Warum mit der Grinberg Methode® plötzlich etwas blieb

Mit der Grinberg Methode® gab es viele unterschiedliche Übungen und Trainingsformen. Ich konnte auf ein konkretes Ziel hintrainieren. Manchmal eine Woche lang, manchmal einen Monat oder sogar ein Jahr. Und später einfach wieder daran anknüpfen.

Diese Vielseitigkeit und Flexibilität haben mich begeistert. Es war fordernd, aber gleichzeitig klar und greifbar. Genau das war für mich der Gamechanger.

Im Unterschied zu Yoga oder Meditation ging es nicht darum, einer bestimmten Praxis treu zu bleiben, sondern gezielt an dem zu arbeiten, was mich gerade wirklich beschäftigt hat.

Ich blieb im Kontext von „Ich trainiere und kümmere mich um mich“, setzte mir jedoch kleine, mittlere und große Ziele. Diese Etappen machten den Weg übersichtlich. Es fühlte sich nicht mehr so an, als müsste ich etwas für den Rest meines Lebens durchziehen.

Mehr darüber, wie dieser Weg des persönlichen Lernens aussehen kann, findest du auch hier:

https://grinberg-praktiker-muenchen.de/individuell-wachsen/

Ein paar Worte zur Grinberg Methode®



Wie ich konkret davon profitiert habe

Ich habe zum Beispiel gemerkt, dass ich mich nicht traue, in den Brustkorb zu atmen, weil ich Angst vor den Schmerzen im mittleren Rücken hatte. Sie hatten mich schon mein halbes Leben lang begleitet.

Deshalb begann ich sanft und konsequent damit, gezielt in den Brustkorb zu atmen. Wenn ich bewusst Atemübungen mache, dann kann ich sicher sein, dass ich das bald deutlich besser kann.

Wenn mein Rücken trotzdem wehtat, konnte ich in meinen Werkzeugkoffer greifen und zum Beispiel mit meiner Reaktion auf den Schmerz arbeiten. Diese Achtsamkeitsübung, die P.A.S.S.I.O.N.-Prozess heißt, war oft der erste Schritt raus aus der Ohnmachtsfalle. Schritt für Schritt nahm das Schmerzlevel ab, und immer öfter erlebte ich Momente, in denen ich völlig schmerzfrei war.

Genau das mag ich. Vermutlich passt der Beruf der Grinberg-Praktikerin deshalb so gut zu mir. Er ist sehr praktisch und pragmatisch. Er ist lösungsorientiert, ohne verbissen zu sein.

Denn ich merke: Ich bin noch immer nicht jemand, der einfach trainiert, der einfach trainiert, um zu trainieren. Das ist mir viel zu blöd. Aber wenn ich etwas brauche, dann mache ich genau das: Ich kümmere mich um mich.

Mein Training heute: Aussteigen, einsteigen, neu anfangen dürfen

Ich trainiere jeden Tag, mal kurz, mal länger. Wenn ich wirklich einmal aussteige, ist das kein Problem. Wichtig ist nur, wieder einzusteigen, ohne mir den Ausstieg vorzuwerfen. Früher habe ich so viel Zeit verloren, weil ich dachte, ich müsste alles perfekt machen.

Mein hoher Anspruch hat mich oft gelähmt. Und dann ist gar nichts passiert. Gleichzeitig wuchs mein innerer Widerstand, wenn mich jemand festlegen wollte: „So musst du es machen. Das ist die einzig richtige Art zu trainieren.“ Dabei brauche ich genau meine Art. Nur so konnte kontinuierliche Selbstfürsorge einen Platz in meinem Leben bekommen.

Heute weiß ich: Wenn ich mal pausiert habe, steige ich wieder ein. Jedes Training bringt mich weiter. Und das macht mich zutiefst zufrieden. Ich lerne Neues und spüre, wie sich meine Energie verändert. Gleichzeitig sammele ich keine schlechten Erfahrungen in meinem Körper an, sondern finde bewusst meinen eigenen Reset-Knopf und starte neu.

Für mich ist das der wahre Luxus des Trainings: 

Immer wieder neu anfangen zu können.

Selfcare bedeutet für mich genau das. Ich habe gelernt, dass ich meine eigene Art finden darf, ohne den hohen Anspruch, alles für immer perfekt zu machen. So konnte kontinuierliche Selbstfürsorge wirklich in mein Leben einziehen.

Mein schnellster Weg raus aus dem Kopf

Manchmal reicht schon eine kleine Mini-Intervention – einmal aufstehen, in die Knie gehen oder mich ausschütteln –, um wieder in meinen Körper zu kommen und aus dem Kopf auszusteigen.

Mein Körper will fast immer lieber trainieren, als dass ich grüble. Das merke ich sofort. Ich fühle mich ausgeglichener, zufriedener und viel handlungsfähiger. Selbst kleine Schritte bringen schon mehr Energie und Lebensfreude zurück.

Selfcare bedeutet für mich: Eigenverantwortung

Selbst handeln zu können und selbst zu entscheiden, wann, was und wie ich trainiere, freut mich sehr. Allein der Gedanke daran lässt meinen Puls steigen und ich freue mich über diese Möglichkeit. Die Entscheidung zu treffen und dabei den inneren Schweinehund immer wieder auszutricksen oder zu überwinden, bleibt jedoch eine ständige Herausforderung.

Der Gewinn dabei ist unglaublich. Ich bleibe mir auf meine ganz individuelle Art treu. Nehme meine Eigenarten ernst und trainiere so, wie es für mich passt. Ich habe Tools, um mir zu vergeben, wenn es anders läuft als geplant. Noch wertvoller ist der Gewinn, dass ich mir selbst und dem, was ich tue, immer mehr vertrauen kann. Das ist unschlagbar.

Ich möchte den Prozess, der mich dahin gebracht hat, wo ich heute stehe, auf keinen Fall missen. Er war und ist interessant. Es macht mir Freude, mich zu hinterfragen und mich immer besser kennenzulernen.

Und dafür ist der rappelvolle Werkzeugkoffer, den ich im Laufe meiner Karriere als Grinberg-Praktikerin kennengelernt und für mich sowie meine Klienten nutzbar gemacht habe, einfach Gold wert.

Zum Schluss eine Frage an dich

Wo ist Selfcare bei dir eine bewusste Entscheidung?
Und wo wird sie zu einem hohen Anspruch, der dich eher lähmt, statt dich zu tragen?

Wenn du Lust hast, das gemeinsam zu erforschen – ohne richtig oder falsch –,
begleite ich dich gerne ein Stück.
In einer Einzel-Session, online oder in meiner Praxis,
kannst du herausfinden, ob dieser körperbasierte Ansatz dich unterstützt.

Ich freue mich auf dich.

Herzlichst,
Mirjam

P.S. Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn gerne auf Social Media oder in deinen Gruppen. Vielleicht inspiriert er auch jemanden in deinem Umfeld.


Diese Blogartikel könnten Sie auch interessieren!


Jetzt kostenlosen Kennenlerntermin mit mir vereinbaren:

>
Cookie Consent mit Real Cookie Banner